Von Spreu und Weizen: .online

.online bricht alle Rekorde – und was machen die übrigen TLDs? Bei den neuen Top Level Domains führt diesen Monat kein Weg an .online vorbei.

Am 26. August 2015 begann die Live-Phase, und sie brach gleich alle Rekorde: allein binnen der ersten 30 Minuten gingen über 28.000 Registrierungen ein, mehr als bei jeder anderen nTLD zuvor. Nach den ersten 24 Stunden meldete die Registry sogar 39.449 Domains. Das hatten zuvor weder .berlin (ca. 31.000 Domains) noch .club (ca. 25.000 Domains) erreicht.

Das Rekordergebnis hatte sich bereits abgezeichnet, nachdem im Rahmen des „Early Access Program“ 1.130 .online-Domains registriert worden waren, wiederum mehr als bei jeder anderen New TLD zuvor. Vor allem in Deutschland scheint die Endung .online begehrt zu sein: 14.000 .online-Domains kamen über den Registrar 1&1, weitere 2.700 über die united-domains AG.

Das Ziel der Registry ist demgemäß ehrgeizig: Die Millionengrenzen will .online in zwei bis drei Jahren geknackt haben.

Trotzdem: Eine .de hat im vergleichbaren Monat mal locker einen Zuwachs von fast 23.000 Domains – dies wohlgemerkt von einem Monat auf den anderen.

Die Frage, die sich hier wohl insgeheim allen stellt, möglicherweise aber bisher niemand getraut laut auszusprechen: Wann fängt das große TLD-Sterben an?

Aus unserer eigenen Erfahrung bei der Bewerbung von 5 TLDs wissen wir, dass die ICANN vorab die eingereichten Finanzpläne prüfen lässt. Dies ist eine von vielen Kriterien, die Voraussetzung für eine Zulassung der TLD ist. Dieser Plan sieht ebenfalls vor, dass bei Zahlungsunfähigkeit ICANN für eine definierte Zeit von 3 Jahren finanziell einspringt und die TLD so am Leben erhält.

Gut gemeint, jedoch wenig hilfreich, da in den meisten Fällen keiner weiß, wie man diesem toten Pferd innerhalb dieser Zeit wieder Leben einhauchen kann. Ergo ist dies maximal ein kontrollierter Absturz.

Wäre der Plan im Vorfeld um eine Prüfung bezgl. der Absatzchancen einer TLD erweitert worden, wären vielleicht statt ca. 1.800 TLDs nur rund 1.000 oder sogar noch weniger überhaupt an den Start gegangen.
Es wartet also hier am Ende dieses Beitrags ein eher unheilvolles „tbc“ …

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