Whois

Licht am Ende des Tunnels – Die Tarnkappen werden vorsichtig gelüftet!

Die Internet-Verwaltung ICANN arbeitet weiter an der Verschärfung der WHOIS-Regelungen.
Schon seit vielen Jahren machen es viele Domainprovider Grabbern bei Ihren Geschäften einfacher, indem Sie mit sogenannten Privacy- oder Proxy-Diensten die wahre Identität des Inhabers im Whois verschleiern. Der Provider stellt dabei sämtliche Daten zur Verfügung, die die derzeitigen Vorgaben der ICANN für ein rechtlich gesichertes Whois erfüllen.

Dies ist ein Ärgernis für viele Markenrechtsinhaber, da es sowohl bei einer einvernehmlichen Verhandlung, als auch bei rechtsgestützter Verfolgung einer Domain für einen steinigen Weg sorgt.

Hier war die Generic Names Supporting Organisation (GNSO) gefordert Lösungen
zu schaffen. Diese wurden nun in einem Bericht am 21. Januar 2016 veröffentlicht.

Eines vorweg genommen: Es wird diese Dienste auch in Zukunft geben. Sie müssen sich jedoch künftig einer Prüfung und Akkreditierung unterziehen. Außerdem wird es öffentliche Listen geben, wo alle Anbieter, inklusive Kontaktdaten aufgeführt sind. Dies erlaubt zumindest auf diesem Wege eine Kontaktaufnahme und gegebenenfalls weitere (rechtliche) Schritte.

Die Daten, die sich im Hintergrund befinden, müssen nach den Vorgaben der „WHOIS Accuracy Program Specification“ ebenso korrekt sein, als wenn sie ganz normal im Whois publiziert werden.

Der Dienstleister dieses Privacy- und Proxy-Dienstes muss zudem alles tun, um eine Kontaktaufnahme zwischen einem Beschwerdeführer und dem eigentlichen Domaininhaber zu ermöglichen.

Für uns, die INDECA, gehen diese zaghaften Versuche nicht weit genug. Vielmehr sollte ein solcher Service begründet beantragt werden müssen, um aktiviert zu werden. Markeninhaber können beispielsweise so Bezeichnungen von Produkt- und Dienstleistungen bis zur Marktreife weitestgehend geheim halten. Es gibt mit Sicherheit noch einige Umstände, die eine Privacy nachvollziehbar machen. Der große Rest hingegen hegt bei uns jedenfalls stark den Verdacht, unlautere Machenschaften mit den Domains zu treiben.

Beschlossen sind die in dem Bericht vorgeschlagenen Regelungen jedoch noch lange nicht. Es sind lediglich Empfehlungen, die zunächst vom ICANN-Vorstand geprüft und verabschiedet werden. Es steht uns also noch ein langer Weg bevor.

Die PPSAI Working Group hat hierzu einen Bericht zusammengefasst:
http://www.domain-recht.de/verweis/1309

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