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Legale Endungen mit illegalem Content

Ob kinox.to, movie4k.to oder boerse.bz – es sind immer wieder die gleichen „scheinheiligen“ Endungen, unter welchen illegale Download- oder Streamingportale aufzufinden sind. Zufall? Eher weniger.

Mit boerse.bz geht die Staatsanwaltschaft gegen ein weiteres Portal für illegale Downloads bzw. illegale Streamingangebote vor. Immer wieder fällt auf, dass derartige Portale häufig Domainendungen nutzen, die für uns befremdlich wirken – .to, .tk oder .bz sind klassische Beispiele hierfür. Bei diesen TLDs handelt es sich um die Ländercodes der Inselstaaten Tonga und Tokelau, sowie dem zentralamerikanischen Staat Belize.

Als normaler Internetanwender werden wir in Deutschland hauptsächlich mit Endungen wie .de, .com oder – eher seltener – .at konfrontiert. Diese TLDs meiden die Betreiber der angesprochenen Portale ganz bewusst. Grund hierfür ist, dass es unter diesen Endungen für die Behörden ein Leichtes ist, die Domaininhaber ausfindig zu machen und rechtlich zu belangen. Im Falle von .de genügt ein Durchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft, und schon muss die DENIC (trotz anonymisierter Whois-Informationen durch einen Whois-Privacy-Service) den vollständigen Datensatz des Domaininhabers herausgeben.

In Tokelau, Tonga oder Belize gestaltet sich dies allerdings um einiges schwieriger. In diesen Ländern gibt es kaum rechtliche Grundlagen, um gegen Portale wie boerse.bz oder movie4k.to vorzugehen. Bei Nutzung eines Whois-Privacy-Service (oder Nutzung von neuseeländischen Firmenadressen) fällt dann endgültig die Möglichkeit weg, die Betreiber über deren Domains zu belangen. Daher machen deutsche Begriffe unterhalb solcher TLDs oft schon einen dubiosen Eindruck.

So bleiben oft tatsächlich nur groß angelegte Razzias, wie auch im Falle von boerse.bz.

Im Übrigen werden bei boerse.bz Filme, Musik oder Computerspiele nicht direkt angeboten – im Gegensatz zu Plattformen wie kino.to oder kinox.to – stattdessen werden lediglich Links zu den entsprechenden Dateien bei etwaigen, sogenannten „Filehostern“ gesammelt. Den Betreibern wird allerdings vorgeworfen, von den Filehostern eine Provision hierfür zu beziehen.

Nicht nur das zur Verfügung stellen solcher Angebote, sondern auch deren Nutzung kann rechtliche Konsequenzen mit sich bringen. INDECA empfiehlt daher, solche Portale zu meiden und im Zweifelsfall Domains mit derartigen Endungen lieber nicht aufzurufen. Falls Zweifel bestehen dürfen Sie sich gerne telefonisch an uns wenden.

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