L wie .LAW

In unserem heutigen Blogeintrag befassen wir uns mit den eingeschränkt registrierbaren New gTLDs, u.a. mit der TLD .LAW.

Das ICANN Programm der ngTLDs differenziert, neben weiteren geographischen Abstufungen, zwischen zwei Arten von ngTLDs:

  • Standard-Endungen (open-ngTLDs)
  • Community-Endungen (restricted-ngTLDs, closed-ngTLDs)

Standard-TLDs können von jedermann registriert werden, während eingeschränkte gTLDs (restricted-ngTLDs) nur einer ganz bestimmten Community vorbehalten sind. Zu erwähnen gilt es auch die closed-ngTLDs. Diese wiederum sind die Endungen von Markeninhabern und stehen der Öffentlichkeit nicht als TLD zur Verfügung. Domains kann nur der Markeninhaber selbst registrieren.

Die TLDs .BANK und .CREDITUNION sind zwei Beispiele für eingeschränkte gTLDs. Nur verifizierte Mitglieder des Bankensektors können Domains unterhalb dieser Endungen registrieren. Der Registrierungsprozess ist besonders aufwendig und erfordert die Übermittlung von eindeutigen Nachweisen. Zudem werden die Inhaber von Zeit zu Zeit erneut überprüft.

Aktuell befindet sich die Endung .LAW, ebenfalls eine restricted Community Endung, in der SUNRISE-Phase. Folgende Bedingung muss der Domaininhaber für eine erfolgreiche Registrierung der Domain erfüllen:

  • Nur verifizierte Anwälte sind berechtigt eine .LAW Domain zu registrieren. Als verifizierte Anwälte gelten Personen, die eine Lizenz zur Ausübung von rechtlichen Dienstleistung innerhalb eines bestimmten Gebiets innehaben

Grundsätzlich zielen diese Endungen darauf ab, dem Verbraucher das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Sprich – „was drauf ist, ist auch drin“. Gerade im Bankensektor ein sinnvoller Gedanke, stellt dieser Bereich das Phishing Ziel Nummer eins dar.

Jedoch scheint uns der Erfolg dieser Endungen noch fragwürdig, da der Verbraucher bisher noch wenig bis keine Hintergrundinformationen erhalten hat. Dem Nutzer muss klar werden, dass es sich hierbei um eine vertrauenswürdige Adresse handelt.

Zudem befürworten wir die Überprüfung der Domaininhaber vor der tatsächlichen Registrierung der Domain. Im Gegensatz zu den aufgeführten Endungen, verifiziert die .VERSICHERUNG Registry die Daten einer bereits aktiven Domain erst nach einem gewissen Zeitraum.

Hierbei stellt sich uns die Frage: Steht die Maximierung der Registrierungszahlen an 1. Stelle oder das tatsächliche Ziel der Endung, nämlich eine sichere Alternative zu bieten? Eine klare Linie ist jedenfalls im vorliegenden Fall nicht erkennbar.

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung der restricted-ngTLDs. Der Ansatz ist auf jeden Fall lobenswert und sollte konsequent eingehalten werden.

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