Die Waffen gegen Domaingrabbing

Seit es Domains gibt, gibt es die halbseidene Welt des Domaingrabbing, in der vermeintlich das schnelle Geld gemacht werden kann. Bei den hauseigenen Marken, die den Fremdregistrierungen zum Opfer fallen, hört bei vielen Markeninhabern jedoch der Spaß auf.

Nur, wie kann man dagegen vorgehen? Welche Philosophie und Strategie sollte hier greifen? Was für Mittel stehen Firmen und Organisationen zur Verfügung? Und schlussendlich: Was kostet mich der ganze Spaß?

Wir fassen die Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen zusammen.

1. Die Defensivregistrierung
Sicherlich die teuerste Möglichkeit, seine Domain vor Fremdregistrierung zu schützen. Spätestens mit der Einführung der New gTLDs ist diese Methode auch für sehr große Unternehmen, deren Marken einen millionenschweren Marktwert besitzen zwischenzeitlich unerschwinglich.

Unsere Empfehlung lautet, sich rein defensiv auf die Kernmarke beschränken und im New gTLD-Bereich lediglich die Domains registrieren, die man auch tatsächlich aktiv nutzen möchte.

2. Domainkauf
Unter Umständen ein teurer Spaß, jedoch zwingend notwendig, wenn man…

  • …die Domain aktiv nutzen möchte
  • …an die Domain rechtlich nur schwer und kostenintensiv herankommt

Auch wenn der Domainname offensichtlich Rückschlüsse auf den Interessent zulässt, raten wir zu einer verdeckten Akquise. In den meisten Fällen wirkt sich dies äußerst positiv auf den Kaufpreis aus.

Die DomainExperten besprechen mit Ihnen das einzusetzende Budget, akquirieren, transferieren und bezahlen die Domain komplett verdeckt. Sie entscheiden dann, wann und wie der Schleier fällt.

3. Der Knüppel durch rechtliche Schritte
Einige Unternehmen, wie z. B. die Volkswagen AG, verfolgen beinhart jegliches Grabbing und haben dabei keine Vorbehalte dies zu publizieren. Der Effekt ist hier augenscheinlich bereits eingetreten. Grabber überlegen es sich zweimal, ob sie eine markenbehaftete Domain registrieren oder nicht.

Wie beschreitet man nun diesen Weg? Neben der normalen Gerichtsbarkeit, die sich vor allem im Ausland aufgrund der sehr unterschiedlichen Rechtsauslegung oft als sehr schwierig und kostenintensiv gestaltet, gibt es die Möglichkeit von sogenannten Streitschlichtungsverfahren. Diese Verfahren wurden seitens der ICANN entwickelt und dienen dazu, Domainstreitigkeiten außerhalb einer Gerichtsbarkeit zu entscheiden. Beide seien hier vorgestellt:

a. UDRP (Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy)
UDRP ist ein Verfahren, dass zumeist mittels der WIPO (World Intellectual Property Organization) und mit einem oder mehreren sogenannten Penalisten durchgeführt wird.

Die Kosten eines Verfahrens liegen im Schnitt zwischen 5.000,- € und 10.000,- € pro Fall, inkl. anwaltlicher Unterstützung, können jedoch im Einzelfall die genannten Beträge deutlich übersteigen. Wird hier eine Entscheidung zu Gunsten der Partei getroffen, die die Domain beansprucht, wird die Übertragung durch zuständige Provider in aller Regel unmittelbar umgesetzt.

Nachteil: Nicht alle Länder unterwerfen sich diesem Schiedsverfahren. Russland und China, die bezogen auf Domaingrabbing mit Abstand führend sind, nehmen an diesem Verfahren NICHT teil.

b. URS (Uniform Rapid Suspension)
Dieses Verfahren wurde mit der Einführung der New gTLDs ins Leben gerufen und ist schneller und kostengünstiger als UDRP. Allerdings verfolgt URS nicht das Ziel der Übertragung der Domain. Dem Domaininhaber wird bei positivem Bescheid zu Gunsten des Klägers die Domain lediglich suspendiert, sprich für eine Nutzung gesperrt. Analog zu UDRP unterwerfen sich einige Länder nicht diesem Verfahren.

4. Ignorieren
Dies ist die entgegengesetzte Variante zu den ganzen o. g. Aufwänden. Getreu nach dem amerikanischen Modell Erpressern nicht nachzugeben, werden weder Schiedsgerichte aktiviert, noch Käufe für Domains getätigt.

Die Rechnung geht jedoch in zwei Fällen nicht auf:

a. Das Unternehmen möchte die Domain gerne aktiv für sich selbst nutzen.
b. Unter der Domain stehen keine Webinhalte, die dem Unternehmen wirtschaftlich schaden.

Da Letzteres nicht auf Dauer ausgeschlossen werden kann, ist hier ein Monitoring gefragt, das turnusmäßig die Seiten und deren Inhalte überprüft und rechtzeitig Alarm schlägt falls hier negative Änderungen eintreten. Das Team der DomainExperten kann Sie hier beraten und Ihnen ein diesbezügliches Angebot unterbreiten.

Ein weiterer Nachteil der Strategie kann sein, dass dieses aktive Nichtverfolgen Ihren Anspruch auf die Domain zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich erschwert. Dies ist der Fall, wenn Ihnen der Domaininhaber nachweist, dass Sie die Fremdregistrierung trotz Kenntnis toleriert haben. Wie dabei die Fristen sind kann Ihnen im Einzelfall unser Partner HK2 detailliert darlegen.

Für was immer Sie sich auch entscheiden, Grundvoraussetzung ist eine Strategie, die aufgrund vorheriger, intensiver Beratung verabschiedet und gelebt wird. Das Team der DomainExperten analysiert Ihr bestehendes Domainportfolio, gibt Ihnen wertvolle Hinweise zur Optimierung und unterstützt Sie bei der Umsetzung Ihrer Marken-/Domainstrategie.

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